Warum hält mein Bolzen nicht?

Fehlerbeschreibungen

Die Festigkeit eines aufgeschweißten Bolzens hängt immer davon ab, ob die benötigte Energie zum Verbinden des Bolzens mit der Werkstückoberfläche an der Schweißstelle vorhanden war.

Stellen Sie sicher, dass der Stecker der Schweißpistole fest im Gerät einsteckt ist und die richtigen Schweißparameter am Gerät eingestellt sind.

Überprüfen Sie nun die Werkstückoberfläche und Ihre Ausrüstung:

  • Wurde das Schweißkabel komplett ausgerollt?
    Aufgerollte oder in Schlaufen ausgelegte Schweißkabel wirken wie eine Spule, sie erzeugen ein Magnetfeld, verbunden mit Energieverlusten. Rollen Sie Ihr Schweißkabel immer komplett aus.
  • Ist das Werkstück „sauber“?
    Die Oberfläche des Werkstückes muss frei von Zunder-, Öl-, Farb- und Oxidschichten sein. Andernfalls kann es zu Störungen beim Verschmelzen des Bolzens auf der Werkstückoberfläche kommen.
  • Sind die Massezangen symmetrisch am Werkstück angebracht?
    Bei unsymmetrischem Masseanschluss, unterschiedlicher Materialverteilung, oder Schweißen am Rand eines Werkstückes kann eine so genannte Blaswirkung auftreten. Dabei handelt es sich um eine unerwünschte Ablenkung des Lichtbogens. Durch sie kommt es zu einem einseitigen Abschmelzen des Bolzenmaterials, verstärkter Porenbildung und Unterschneidungen im Schweißbereich.
    Achten Sie daher immer darauf, dass sich die Schweißstelle möglichst mittig zwischen den beiden Massezangen befindet.
  • Wurde der Bolzenhalter korrekt auf die Länge des Bolzens eingestellt?
    Liegt der Flansch des Bolzens direkt auf dem Bolzenhalter auf, ist das Eintauchmaß zu gering. Die Federkraft, die für das Eintauchen des Bolzens in die Schmelze notwendig ist, verringert sich. Der Bolzen „verklebt“ mit dem Bolzenhalter und der Bolzenhalter verschmort.
    Stellen Sie den Anschlagstift am Bolzenhalter so ein, dass sich zwischen Kontermutter-Oberseite und Schweißelement-Unterseite ein Gesamtmaß von 50 bis 51 mm ergibt. Das entspricht einem Abstand von etwa einem Millimeter zwischen dem Flansch und dem Rand des Bolzenhalters.
  • Wurde der Bolzenhalter bis zum Anschlag in den Kolben eingesteckt?
    Liegt der Bolzenhalter nicht direkt auf dem Kolben auf, sind das Eintauchmaß und damit auch die Federkraft für die Schweißaufgabe zu groß. Die Schweißspitze verdampft schneller als gewünscht und die Schweißzeit verringert sich. Werkstück und Bolzen haben nicht genügend Zeit, miteinander zu verschmelzen.
  • Ist die Überwurfmutter fest angezogen?
    Die Überwurfmutter sichert den Bolzenhalter in Ihrer Schweißpistole. Wird die Überwurfmutter nicht fest angezogen, erhöht sich auch hier der Übergangswiderstand des Stromkreises, was zu Energieverlusten führt.
  • Sitzt der Bolzen fest im Bolzenhalter?
    Wird die Schweißpistole nach dem Schweißen nicht gerade vom Bolzen abgezogen, können sich die Lamellen des Bolzenhalters aufspreizen. Eine feste Verbindung zwischen Bolzenhalter und Bolzen ist nicht mehr gegeben. Auch hier erhöht sich der Übergangswiderstand des Stromkreises.
    Spannen Sie daher den Bolzenhalter in regelmäßigen Abständen vor.
    Ersetzen Sie den Bolzenhalter, wenn sich der Bolzen fast ohne Widerstand in den Bolzenhalter einsetzen lässt.
  • Ist der Bolzenhalter verschlissen?
    Aufgrund der hohen Energie, die beim Bolzenschweißen benötigt wird, verschmort der Bolzenhalter mit der Zeit. Kurze Bolzen führen dabei zu verstärktem Verschmoren („Abbrand“). Auch hier gilt: Energieverlust durch höheren Übergangswiderstand.
  • Ist der Kolben der Schweißpistole leichtgängig? / Ist der Faltenbalg beschädigt?
    Über die Druckfeder wird der Schweißkolben beim Auslösen des Schweißvorganges nach vorn gedrückt. Damit wird der Bolzen auf die Werkstückoberfläche gedrückt und der Bolzen kann in die Schmelze eintauchen.
    Der Faltenbalg schützt den Schweißkolben Ihrer Schweißpistole vor Verunreinigungen. Ist der Faltenbalg beschädigt, können Schweißspritzer auf den Kolben gelangen. Dadurch erhöht sich die Reibung des Kolbens am Kugellinearlager, Energieverluste sind die Folge.
    Drücken Sie von vorn auf die Überwurfmutter und prüfen Sie, ob sich der Kolben leicht eindrücken lässt. Überprüfen Sie den Faltenbalg.

Bei Hubzündung aufgrund der langen Schweißzeiten, besonders beim Schweißen mit Schutzgasglocke / Automationsbereich:

  • Ist der Bolzenhalter verunreinigt?
    Beim Schweißen können trotz größter Sorgfalt Schweißspritzer auf den Bolzenhalter gelangen und diesen damit verunreinigen. Beim Schweißen mitSchutzgasglocke kann sich die Innenseite der Glocke mit Schweißspritzern füllen und gemeinsam mit dem verschmutzten Bolzenhalter zu erheblichen Störungen führen.
    Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen den Zustand Ihrer Ausrüstung.

Das könnte Sie auch interessieren